Zinsupdate September 2026: Zinswende der Notenbanken, steigende Swap-Sätze und Divergenzen am Schweizer Hypothekarmarkt

Die internationalen Anleihemärkte verzeichneten im September 2026 tiefgreifende zinspolitische Weichenstellungen. Auf beiden Seiten des Atlantiks setzten die führenden Notenbanken ihren geldpolitischen Straffungskurs fort. Die US-Notenbank Federal Reserve erhöhte an der Sitzung vom 16. September 2026 ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 % bis 4,00 %. Dieser Schritt markierte die erste Zinsanhebung seit dem vorangegangenen Zyklushoch und wurde von Fed-Präsident Kevin Warsh mit der Notwendigkeit begründet, die anhaltend über dem Zielwert liegende US-Teuerung einzudämmen. Gleichzeitig belastet die historische Rekordmarke der US-Staatsverschuldung von über 40 Billionen USD das lange Ende der Zinskurve. Die jährlichen Zinszahlungen der Vereinigten Staaten übersteigen inzwischen 1,04 Billionen USD, was Zweifel an der Tragfähigkeit der Emissionen schürt und die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen auf 4,95 % und jene 30-jähriger Titel auf 5,30 % trieb.

In der Eurozone vollzog die Europäische Zentralbank (EZB) am 10. September 2026 bereits den zweiten Zinsschritt des laufenden Jahres nach oben. Der für den Bankensektor massgebliche Einlagensatz stieg um 25 Basispunkte auf 2,50 %, während der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,65 % und der Spitzenrefinanzierungssatz auf 2,90 % angehoben wurden. Die Teuerungsrate im Euroraum kletterte im August auf 3,2 %, getrieben durch geopolitische Verwerfungen im Nahen Osten und empfindliche Preissprünge bei Rohöl und Erdgas. Während die EZB vor sogenannten Zweitrundeneffekten auf Dienstleistungen und Löhne warnt, zogen die Renditen 10-jähriger deutscher Bundesanleihen auf rund 3,46 % an.

Geldpolitische Lagebeurteilung der SNB und aufsichtsrechtliche Risiken im Inland

Im deutlichen Kontrast zur internationalen Zinsentwicklung behauptete die Schweizerische Nationalbank (SNB) an ihrer vierteljährlichen Lagebeurteilung vom 24. September 2026 ihren Kurs und beliess den SNB-Leitzins unverändert bei 0,00 %. Dies stellte die fünfte Bestätigung des Nullzinsniveaus in Folge seit Juni 2025 dar. Zwar stieg die Jahresteuerung in der Schweiz im August von 0,4 % auf 0,8 %, verblieb damit aber weiterhin komfortabel innerhalb des von der SNB definierten Stabilitätsbandes von 0,0 % bis 2,0 %. Die Kerninflation zeigte sich mit 0,4 % unbeeinträchtigt, weshalb die Währungshüter den Preisschub primär als importierten, energiepreisbedingten Sondereffekt einstuften. Zudem überraschte die Schweizer Konjunktur mit einer revidierten BIP-Wachstumsprognose von 1,7 % für 2026, was den Druck zu weiteren zinspolitischen Impulsen entfallen liess.

Auf verstärkte Aufmerksamkeit stiessen die Äusserungen von SNB-Vizepräsident Antoine Martin zur finanziellen Stabilität und den Verwundbarkeiten des Schweizer Immobilienmarktes. Martin unterstrich, dass die makroprudenziellen Risiken im Wohn- und Renditeliegenschaftssektor unverändert hoch seien, während die regulatorischen Instrumente der Nationalbank weitgehend ausgeschöpft sind. Der antizyklische Kapitalpuffer (CCyB), der Kreditinstitute zur Hinterlegung von zusätzlichem hartem Kernkapital für hypothekarische Ausleihungen verpflichtet, steht bei 2,5 % und damit am gesetzlich zulässigen Maximum. Martins Plädoyer für eine Flexibilisierung oder Aufhebung dieser gesetzlichen Obergrenze zielt auf künftige Steuerungsmöglichkeiten ab, bedarf jedoch einer parlamentarischen Gesetzesrevision. Für Immobilieninvestoren und Träger von Fremdkapitalfinanzierungen war die Bestätigung von zentraler Bedeutung, dass die SNB den Leitzins nicht zur Regulierung sektoraler Immobilienrisiken einsetzen wird, sondern dieses Steuerungsinstrument exklusiv auf die allgemeine Preisstabilität fokussiert bleibt.

Zins- und Hypothekardynamik in der Schweiz: SARON versus Festhypotheken

Trotz des unveränderten Leitzinses strahlten die Zinsentscheide in Washington und Frankfurt spürbar auf den Schweizer Kapitalmarkt ab. Die Schweizer Zinskurve versteilte sich im September deutlich. Am kurzen Ende garantiert der SNB-Leitzins von 0,00 % weiterhin äusserst tiefe Finanzierungskosten. Der massgebliche Referenzzinssatz SARON verharrte bei Werten von -0,04 % bis 0,00 %. Unter Zurechnung der marktüblichen Bankenmargen von 0,60 % bis 0,75 % belaufen sich die Gesamtzinssätze für erstklassige SARON-Hypotheken auf günstige 0,60 % bis 0,80 %.

Am langen Ende der Kurve zogen die Zinsen dagegen kräftig an. Der 10-jährige CHF-Swap-Satz, der Anfang September noch bei 0,71 % notiert hatte, stieg im Verlauf des Monats auf 0,88 % an. Der 5-jährige Swap-Satz kletterte auf 0,74 %. Parallel dazu stiegen die Renditen 10-jähriger Eidgenossen von 0,44 % auf 0,55 %. Diese Entwicklung verteuerte Neuabschlüsse und Verlängerungen von Festhypotheken markant. Für eine zehnjährige Festhypothek bewegen sich die Richtsätze per Ende September zwischen 1,50 % und 1,80 %.

Zugleich offenbart die Marktpraxis eine beträchtliche Spreizung der Margen zwischen den einzelnen Kreditinstituten. Während SARON-Margen einem intensiven Wettbewerb unterliegen, variieren die offerierten Kreditmargen für Festhypotheken bei identischer Belehnung von beispielsweise 50 % zwischen 0,65 % und 0,95 %. Diese Zinsdifferenzen verdeutlichen die Bedeutung einer strukturierten Marktanalyse über das gesamte Spektrum von Grossbanken, Kantonalbanken, Regionalbanken sowie Versicherungen und Anlagestiftungen hinweg.

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